PV-Ertragsrechner: Solarertrag und Rendite realistisch einschätzen
Wie viel Strom liefert eine Freiflächen-Photovoltaikanlage pro Jahr – und lohnt sie sich als Investment? Mit unserem PV-Ertragsrechner ermitteln Sie den spezifischen Ertrag (kWh/kWp), die zu erwartenden Stromerlöse sowie eine erste Renditeeinschätzung. Grundlage sind mittlere Globalstrahlungswerte für alle 16 Bundesländer sowie transparente technische und wirtschaftliche Annahmen.
Was der PV-Ertrag aussagt
Der Jahresertrag einer Solaranlage ergibt sich vereinfacht aus der installierten Leistung (in kWp) multipliziert mit dem spezifischen Ertrag (in kWh je kWp). Der spezifische Ertrag macht Anlagen unabhängig von ihrer Größe vergleichbar und ist damit die zentrale Kennzahl für jede Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. In Deutschland liegt er je nach Standort, Ausrichtung und Anlagentechnik typischerweise zwischen rund 850 und 1.150 kWh/kWp pro Jahr.
Globalstrahlung & Standort
Der wichtigste externe Faktor. Süddeutschland erreicht deutlich höhere Einstrahlung als der Norden – der Rechner nutzt Bundesland-Mittelwerte nach DWD und Fraunhofer ISE.
Ausrichtung & Neigung
Süd mit 25–35° liefert den höchsten Jahresertrag. Ost-West-Anlagen glätten die Mittagsspitze und können bei niedrigen Börsenpreisen erlösstabiler sein.
Performance Ratio
Die PR bündelt Wechselrichter-, Leitungs-, Temperatur- und Verschmutzungsverluste. Moderne Freiflächenanlagen erreichen häufig 80–85 %.
Richtwerte für den spezifischen Ertrag nach Bundesland
Die folgenden Werte sind Orientierungsgrößen für gut ausgerichtete Freiflächenanlagen. Sie ersetzen keine standortexakte Ertragsprognose (etwa auf Basis von PVGIS oder einer projektspezifischen Simulation), eignen sich aber gut für eine erste Einordnung.
| Region | Globalstrahlung (kWh/m²·a) | Spez. Ertrag (kWh/kWp) |
| Süddeutschland (Bayern, BW) | 1.150–1.170 | 960–1.100 |
| West/Mitte (RLP, Saarland, Hessen) | 1.060–1.090 | 880–1.020 |
| Ostdeutschland (Sachsen, Brandenburg) | 1.035–1.055 | 860–980 |
| West (NRW, Berlin) | 1.020–1.025 | 850–960 |
| Norddeutschland (Nds., SH, HH, HB) | 990–1.010 | 830–940 |
Wirtschaftlichkeit einer PV-Freiflächenanlage
Neben dem Ertrag entscheiden vier Größen über die Rendite: der Kaufpreis je kWp, der durchschnittliche Stromerlös (über EEG-Marktwert, PPA oder Börse), die laufenden Betriebskosten sowie die Betrachtungsdauer. Die Investitionskosten für Freiflächen-Photovoltaik sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken und liegen aktuell projektabhängig häufig in einem Band von etwa 500 bis 800 €/kWp. Über die Laufzeit ist zudem die Moduldegradation von rund 0,25 bis 0,5 % pro Jahr einzurechnen.
Tipp: Achten Sie beim Vergleich von Angeboten weniger auf den beworbenen spezifischen Ertrag als auf die zugrunde gelegte Performance Ratio und die realistisch kalkulierten Betriebskosten – hier entstehen die größten Abweichungen zwischen Prospekt und Praxis.
Steuerliche Aspekte: IAB & Sonderabschreibung
Für unternehmerische bzw. gewerbliche PV-Investitionen können der Investitionsabzugsbetrag (§7g Abs. 1 EStG) und die Sonderabschreibung (§7g Abs. 5 EStG) die Liquidität im Investitionszeitraum spürbar verbessern. Wichtig: Der IAB mindert die spätere Abschreibungsbasis – der Steuervorteil verschiebt sich also zeitlich und stellt keine dauerhafte Steuerersparnis in voller Höhe dar. Der Steuer-Tab im Rechner zeigt hierzu eine bewusst vereinfachte Illustration.
Wichtiger Hinweis: Alle Angaben dienen der unverbindlichen Orientierung und beruhen auf vereinfachten Annahmen sowie Bundesland-Mittelwerten (Quellen: DWD, Fraunhofer ISE). Sie stellen keine Ertrags-, Renditezusage, Steuer- oder Anlageberatung dar. Für verbindliche Aussagen sind eine projektspezifische Ertragsprognose sowie die Beratung durch Ihren Steuerberater erforderlich. Stand: Juli 2026.